Präsident Lugo in Deutschland: Appell

Präsident Lugo in Deutschland: Appell für die Rechte unkontaktierter Indigener. 17.5.2011

Die Survival International ist eine Menschenrechtsorganisation für indigene Völker, den folgenden Artikel, veröffentliche ich in Zusammenarbeit mit der Organisation.

Ayoreofrau in Paraguay!
Ayoreofrau in Paraguay! bei einem Haus, das wegen Abholzung verlassen wurde.

Präsident Lugo in Deutschland: Appell für die Rechte unkontaktierter Indigener
Zum Anlass des Deutschlandbesuches von Paraguays Präsident Fernando Lugo in dieser Woche, richtet sich Survival International mit einem dringenden Appell an das Staatsoberhaupt.

Die Menschenrechtsorganisation für indigene Völker schreibt: „Die Ayoreo sind akut durch die Planierung ihres Waldes durch Viehzuchtunternehmen bedroht. Der Verlust ihres Lebensraumes könnte ihr Ende bedeuten.“

Das Schicksal der Ayoreo-Totobiegosode hat weltweite Aufmerksamkeit erhalten und rund 250 Presseartikel sind in den letzten 12 Monaten veröffentlicht worden.

Manche Mitglieder der Ayoreo leben noch isoliert im Chaco von Paraguay, was sie zum letzten unkontaktierten Volk Südamerikas außerhalb des Amazonas macht.

Ihr Überleben hängt vom Schutz ihres Landes ab. Private Grundbesitzer und brasilianische Viehzuchtunternehmen, darunter das Global Compact Mitglied Yaguarete Pora, haben jedoch große Teile des Landes der Indigenen aufgekauft und holzen es ab, um Platz für Viehweiden zu schaffen. Auch deutsche Landbesitzer verfügen über große Landstriche im Chaco, einige davon werden ebenfalls von indigenen Gruppen beansprucht.

Erst kürzlich haben neue Satellitenbilder die Abholzung von rund 4.000 Hektar Wald in nur von zwei Monaten durch brasilianische Viehzuchtunternehmen belegt. Bis heute wurde jedoch nichts unternommen, um die Rodung zu stoppen.

Der erste Kontakt kann für unkontaktierte Indigene fatale Auswirkungen haben. Die Ayoreo weisen aufgrund ihrer Isolation nur geringe Immunität gegen Krankheiten von außerhalb auf. Immer wieder sterben bis zur Hälfte der Mitglieder indigener Völker nach dem ersten Kontakt an Krankheiten. Der Verlust ihres angestammten Landes bedroht zudem die Lebensweise der Indigenen.

In Südamerika gibt es rund 60-100 unkontaktierte indigene Völker, die meisten sind in ihrem Überleben durch Abholzung, Ölexploration und anderes Eindringen in ihre Gebiete bedroht.

Linda Poppe von Survival Deutschland sagte heute: „Präsident Lugo sollte endlich Verantwortung für die verletzlichsten Bewohner Paraguays übernehmen und ihr Land schützen – so wie er es bei Amtsantritt versprochen hat.“

Lesen Sie diese Meldung online: http://www.survivalinternational.de/nachrichten/7288
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Survival Deutschland
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oder Alice Bayer (in London):
Tel.: (+44) (0) 20 7687 8710
E-Mail: presse@survivalinternational.de

Survival International ist eine weltweit aktive Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Völkern einsetzt.

Wer sich fragt was Lugo sonst noch in Deutschland macht, dem kann geholfen werden.

Am Donnerstag den 19. Mai um 09.30 Uhr wird der paraguayische Staatschef, in offizieller Funktion die Mercedes Benz Fabrik in Sindelfingen besuchen. Am Nachmittag dieses Tages ist ein Besuch der Universität von Rottenburg eingeplant, wo Projekte für Zusammenarbeit geprüft werden sollen.
Dann am frühen Abend ein Treffen mit dem baden-württembergischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann Weiter nach Berlin zu einen Treffen mit seinem Amtskollegen, dem Bundespräsident Christian Wulff. Anschließend trifft Lugo sich mit zu einem Gespräch mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel.
Auch wird er eine Konferenz über Paraguay, in der Friedrich Ebert Stiftung abhalten.
Mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit ist ein Gang durch das Brandenburger Tor, sowie über den Pariser Platz sei vorgesehen. Danach geht es ins Rote Rathaus, wo Fernando Lugo im goldenen Buch der Stadt unterschreiben wird.
Abends ist Lugo Gast, im Konzert von Luis Szarán, welches im Iberoamerikanischen Institut stattfindet, organisiert von der paraguayischen Botschaft in Berlin, zu Ehren der 200-jährigen Unabhängigkeit.
Am Samstag den 21. Mai ist die Weiterreise nach Paris vorgesehen. Sonntag den 22. Mai nimmt er als Vertreter der paraguayischen Viehzüchtervereinigung an der 79. Welttierhygienekonferenz in der französischen Hauptstadt teil.
Erst für Dienstag den 24. Mai ist ein Treffen in Brüssel vorgesehen, speziell im Sitz der Europäischen Union, als vorübergehender Präsident des Mercosur-Verbandes.
Am 25. Mai 2011 kehrt er zurück nach Paraguay.

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