Fisch vom Grill in Paraguay

Fisch vom Grill in Paraguay
Thunfische und Sardinen gibt es in Dosen. Lachs wird nur in wenigen Supermärkten verkauft und ist sehr teuer, wie auch Tintenfisch und sonstiges aus dem Meer.
So entschieden wir uns für einen Grillabend für Fische aus den Flüssen  Paraguays, Dorado, Surubi und Pirania. Natürlich gibt es noch viele andere Fischarten zum Teil mit vielen Gräten.
Einen Angelschein benötigt man nicht, einfacher ist der Kauf im Supermarkt.

Einheimische Fische auf den Grill
Einheimische Fische auf den Grill
Ein Pirania
Ein Pirania
Pirania auf den Grill
Pirania auf den Grill
Gräten des Pirania
Gräten des Pirania
Subruri die beste einheimische Fischsorte Paraguays
Subruri die beste einheimische Fischsorte Paraguays

Noch etwas Hindergrundwissen
Dorado heißen in Deutsch Salminus.
Salminus ist eine Gattung von Fischen aus der Ordnung der Salmlerartigen (Characidae). Sie umfasst vier Arten, die in den großen Flüssen des tropischen Südamerikas vorkommen. Sie leben im Amazonas, Santiago, Río Paraná, Río Paraguay, Río Chapare, Río Mamoré, Rio São Francisco, Rio Tocantins und im Orinoco. Salminus-Arten werden sowohl von kommerziellen Fischern als auch von Sportanglern häufig gefangen.
Die Arten der Gattung Salminus sind Lachs-ähnliche Fische mit langgestreckter, spindelförmiger Gestalt. Sie erreichen eine Körperlängen bis 75 Zentimetern. sie ernähren sich vorwiegend von anderen Fischen. Während der Regenzeit unternehmen sie ausgedehnte Wanderungen zu den Laichgründen.
Die wichtigsten Flüsse in Paraguay

Der 2.549 km lange in Südamerika fließende Río Paraguay ist der bedeutendste Nebenfluss des Río Paraná. In seinem Oberlauf heißt er auf Portugiesisch Rio Paraguai, in seinem Unterlauf auf Spanisch Río Paraguay. Auf Guaraní heißt er Ysyry Paraguái.

Der Paraná (Guaraní: Parana) ist ein Fluss in Südamerika. Er entspringt in Brasilien durch den Zusammenfluss des Paranaíba und des Rio Grande und bildet zusammen mit dem Río Uruguay den Río de la Plata.
Der Paraná ist 3998 km lang . Das Einzugsgebiet des Paraná umfasst ohne den Rio de la Plata 2.582.672 km².
Piranhas – Menschen fressende Ungeheuer?
Die Piranhas geniessen eine weltweite Popularität als Menschen fressende Ungeheuer, die sich in den Gewässern der “Grünen Hölle“ des Amazonas und seiner Nebenflüsse herumtreiben, um einen Menschen, der sich erschöpft und ahnungslos ein erfrischendes Bad im Wasser gönnt, in Sekundenschnelle zu skelettieren – dieses populäre Horrorszenario wurde auch öfter von Hollywood publikumswirksam eingesetzt, mit Filmen, in denen die Piranhas als aggressive, unersättliche Monster angeprangert werden.
Die Furcht vor den Monsterfischen wird bis zur Absurdität geschürt. Als die eigentlichen Urheber dieser weit verbreiteten, bluttriefenden Geschichten über die Piranhas, sind jedoch angesehene historische Entdecker und Forscher, die Südamerika bereisten – Alexander von Humboldt und der amerikanische Präsident Teddy Roosevelt.
Aber der Piranha ist nur ein relativ kleiner, seitlich flacher Fisch mit einem stumpfen Kopf und einem vorstehenden Unterkiefer. Die rasiermesserscharfen Zähne sind denen des Hais ähnlich, und die Kiefer besitzen eine starke Beisskraft, welche die Zähne durch Fleisch und Knochen treibt. Der Kopf mit der kurzen Schnauze, den bösartig starrenden Augen und den grausam aufgerissenen Fangzähnen ist die Verkörperung teuflischer Wildheit, und das Verhalten dieses Fisches passt genau zu seinem Aussehen. Sie sind die Pest der Gewässer, und es ist nötig, in von ihnen bevölkerten Gewässern äusserst vorsichtig beim Schwimmen oder Baden im Wasser zu sein. Wenn Rinder ins Wasser getrieben werden oder aus eigenem Antrieb ins Wasser gehen, werden sie normalerweise nicht belästigt – wenn jedoch ein ungewöhnlich grosses oder gieriges Exemplar dieser furchtbaren Fische eins der Tiere beisst – ihm ein Ohr abreisst oder vielleicht eine Zitze vom Euter einer Kuh – dann bringt das ausströmende Blut jedes Mitglied des heisshungrigen Schwarms auf den Plan, und falls das angegriffene Tier nicht sofort ans Ufer fliehen kann, wird es lebendig zerfleischt“.

Einige Jahrzehnte nach ihm waren selbst gestandene Wissenschaftler immer noch nicht frei von Vorurteilen, weil sie immer noch nicht über fundierte Forschungsergebnisse im Fall “Piranha“ verfügten. So schrieb zum Beispiel der Wissenschaftler Philip Street noch 1971 in seinem Buch “Die Waffen der Tiere“:
Hunderte erscheinen aus dem Nichts, und das Fleisch des Opfers wird in Zehntausenden kleiner Bisse abgefressen, bis nichts übrigbleibt als das nackte Skelett.
Lebensräume der Piranhas
Nur vier Gattungen – Serrasalmus (Schwarzer Piranha), Pristobrycon (Carabitos Piranha), Pygocentrus (Roter Piranha), und Pygopristis werden als “echte“ Piranhas anerkannt, und zwar wegen ihrer speziellen Zähne. Piranha-Gefahr niemals unterschätzen
Brasilianische Forscher sind der Überzeugung, dass nur eine von ihnen beobachtete Piranha-Spezies ein richtiger Killerfisch ist: der Rote Piranha (Pygocentrus nattereri). Dieser Raubfisch schart sich in Schwärmen von bis zu vierzig Exemplaren zusammen. Bei einer neueren Untersuchung wurde der Kadaver eines Schweins von 400 Pfund in einen Fluss herabgelassen, von dem man wusste, dass er von Piranhas wimmelte. Nach zehn Minuten waren nur noch die Knochen übrig. So klein er ist, besitzt der Piranha ein unglaublich scharfes Gebiss, mit dem er einen Finger samt Knochen auf einmal glatt durchbeissen kann. Gewöhnlich ist der Piranha ein geruhsamer Fisch, doch das Erscheinen des Opfers scheint ihn in eine Art von Raserei zu versetzen, und es ist nicht der Hunger allein, der ihn treibt. Lange nachdem diese Fische sich satt gefressen haben, fahren sie mit ihren wütenden Angriffen fort, bis auch nicht das geringste bisschen Fleisch mehr übrig ist; die Abfälle häufen sich am Boden des Flusses, bis die Strömung sie wegschwemmt.
Nun, der Hang zu Übertreibungen gehört, wie man weiss, zu den häufigsten Ausschmückungen menschlicher Ausdrucksformen, besonders wenn man damit einen bestimmten Zuhörer- oder Leserkreis beeindrucken oder gar die öffentliche Meinung beeinflussen kann – das machen uns die Politiker täglich vor, und die Werbebranche geht sogar soweit, zwischen Übertreibung und aalglatter Lüge überhaupt keinen Unterschied mehr zu machen, um die Öffentlichkeit für den Erwerb eines bestimmten Produkts zu überreden. Es ist also durchaus vorstellbar, dass auch Wissenschaftler gegen diese Versuchung nicht immun sind, wenn ihnen anhand ihrer “Expertenmeinung“ Ruhm und Ehre winken.
Nur vier Gattungen – Serrasalmus (Schwarzer Piranha), Pristobrycon (Carabitos Piranha), Pygocentrus (Roter Piranha), und Pygopristis werden als “echte“ Piranhas anerkannt, und zwar wegen ihrer speziellen Zähne.
Alle Piranhas haben im Ober- und Unterkiefer je eine einzige Reihe scharfer Zähne – diese Zahnreihen greifen perfekt ineinander – wie bei zwei Zahnrädern – und dienen zum Zerhacken und Zerreissen der Beute. Die Zähne sind triangular, flach im Profil, laufen spitz zu und sind rasiermesserscharf. Die gesamte Anzahl der Piranha-Arten ist unbekannt und wird diskutiert – neue Arten werden immer wieder entdeckt und beschrieben. Schätzungen reichen von weniger als 30 bis mehr als 60 Arten. Piranhas werden in freier Wildbahn bis zu 15 Jahre alt – in Aquarien hat man beobachtet, dass sie sogar über 30 Jahre alt werden können. Rund 40 Piranha-Arten sind aktuell klassifiziert
Ihr bevorzugter Lebensraum in Südamerika sind die so genannten “Weisswasserflüsse“. Das sind sehr nährstoffreiche Gewässer, die von mitgeführten Mineralien und Lehm milchig trüb erscheinen. In ihren Randzonen, den so genannten “Várzeas“, sinken die das Wasser trübenden Stoffe ab und befruchten die flachen Ufer – das Wasser wird hier transparenter und durch die Sonneneinstrahlung bis auf 30oC aufgeheizt, viele Wasserpflanzenarten wachsen hier. An de Spitze der aquatischen Fauna stehen die Piranhas als Raubfische. Zu den typischen Weisswasserflüssen gehören zum Beispiel: der Amazonas, der Solimões, der Rio Paraguay und der Rio Paraná – sie alle beherbergen auch die meisten Piranha-Spezies. Die so genannten “Schwarzwasserflüsse“ – dazu gehört zum Beispiel der Rio Negro und seine Nebenflüsse – sind praktisch “piranhafrei“, das hat mit ihrer besonderen chemischen Zusammensetzung zutun. Erst in den Mischwasserzonen – an Einmündungen von Schwarzwassern in Weisswasser – trifft man wieder auf Piranhas. Ähnlich verhält es sich auch mit den “Klarwasserflüssen“, wie zum Beispiel dem Rio Tapajós oder dem Rio Xingu, die sind zwar an Fischen sehr artenreich, aber auch sie enthalten keine Piranhas, die erst wieder in ihrem Mündungsbereich ins Weisswasser des Amazonas in Erscheinung treten.
Piranhas lieben langsam fliessende und stehende Gewässer – tote Flussarme zum Beispiel, Seen und durch Überschwemmung entstandene Lagunen. Dort befestigen sie ihren Laich an den Wurzeln von Seerosen und anderen Wasserpflanzen nahe der Wasseroberfläche. Dieses Gelege wird intensiv von beiden Eltern gepflegt. Nach dem Schlüpfen der Jungfische versorgt und verteidigt das Männchen die Brut – bis die Jungen soweit gewachsen sind, dass sie sich vom Nest entfernen.
Piranhas wurden als Aquarium Fische in verschiedenen Teilen der USA eingeführt, was zur Folge hatte, dass man sie gelegentlich im “Potomac River“, im “Lake of the Ozarks“ in Missouri und sogar so weit nördlich wie dem “Lake Winnebago“ in Wisconsin entdeckte – obwohl sie keine strengen Winter überleben können. Zwei Mädchen, die in einem Tümpel auf “Staten Island“ in der Stadt New York angelten, fingen einen Roten Piranha. Des Weiteren hat man Piranhas im “Kaptai Lake“, im Südosten von Bangladesh entdeckt – und sogar im “Lijiang-Fluss in China. Natürlich hat man versucht herauszufinden, wie es möglich ist, dass sich Piranhas von ihrem ursprünglichen Lebensraum in so weit entfernte Ecken der Welt ausgebreitet haben, und kam zu dem Ergebnis, dass ein paar Zierfischschmuggler sie wohl in diesem See ausgesetzt haben, um zu verhindern, dass sie von der Polizei festgenommen würden.
Aber haben Sie gewusst, dass auch in der Alster schon Piranhas gefangen wurden? Ja, in der Hamburger Alster! Ging vor ein paar Jahren durch die Presse – und ein Hamburger Bürger äusserte sich folgendermassen dazu: “Doch, das hab’ ich längst gewusst, dass hier in der Alster Piranhas gefangen werden! Wenn die nämlich im Aquarium zuhause zu gross werden, dann transportiert sie der Besitzer zu irgendeinem Naturgewässer und schmeisst sie da rein…“
Zwischenfrage: “Aber den Winter können sie doch nicht überleben – oder?“
“Aber klar doch! Daran gewöhnen die sich. Die schaffen sich zum Beispiel kleine Welse an – dann werden die gross, zu gross – also schmeissen sie die hier rein. Ich selbst seh’ immer wieder Goldfische in einigen unserer Gewässer und hab’ mich gefragt, wie die da reinkommen? Ganz einfach: Da macht einer seinen Zierteich leer und schmeisst sie weg – irgendwo in ein Gewässer. Und hier an der Alster: Da will einer in Urlaub gehen und hat die Schnauze voll vom Problem, jemanden zu finden, der seine Fische regelmässig füttert – also kippt er sie in die Alster. Sie machen sich ja keine Vorstellung, wie viele Fische in unserer Alster schwimmen, die da gar nicht rein gehören…!“
Das Aussetzen von Piranhas ist in den USA streng verboten, um zu verhindern, dass sich die Raubfische in den wärmeren Gewässern, wie zum Beispiel von Kalifornien und Florida vermehren könnten. Es gibt eine Erfahrung aus dem Jahr 1977, als Piranhas der Gattung Serrasalmus humeralis sich in Florida auszubreiten begannen – diese Spezies kann sich an Wassertemperaturen bis elf Grad Celsius anpassen. Um sie loszuwerden, hat man alle Fische der von Piranhas befallenen Gewässer, nach Art der südamerikanischen Indios, mit Pflanzengift vorübergehend betäubt und dann die Piranhas abgefischt.
Wer daran denkt, diese Raubfische in einem Aquarium zu halten, sollte auf Pflanzen verzichten und ein solches Becken nur mit Steinen ausstatten. Und natürlich keine anderen Arten dazusetzen. Anfänglich kann man Piranhas mit Hackfleisch ernähren, sollte sie aber bald an traditionelles Fischfutter gewöhnen, denn die verwesenden Fleischreste verschmutzen das Wasser binnen kurzer Zeit, und Piranhas sind krankheitsempfindlich, wenn das Wasser ihren Anforderungen nicht mehr entspricht. Und bitte, werfen sie sie nicht einfach in ein hiesiges Naturgewässer, falls sie Ihnen zu unbequem, zu teuer oder zu gross für die Haltung in Ihrem Aquarium geworden sind!
Zur regelmässigen Ernährung der Piranhas gehören in erster Linie Fische und Krustentiere, sie attackieren jedoch auch grössere Wirbeltiere, von den sie mit ihren scharfen Zähnen Fleischstücke abbeissen können – interessant ist das typische “Rütteln“ beim Abreissvorgang (wie bei einem Hai). Als “Gesundheitspolizei“ erfüllen sie eine wichtige Funktion für das ökologische Gleichgewicht der Gewässer, indem sie – wie zum Beispiel die Geier auf dem Land – die Kadaver von Tieren vertilgen und damit eine Ausbreitung von Krankheiten verhindern.
Nun gibt es allerdings auch natürliche Feinde, die sich von den mit gefährlichen Zähnen bewehrten Raubfischen nicht abschrecken lassen. Dazu zählen Süsswasserdelfine, Kaimane, Greifvögel, grosse Raubfische und auch die Riesenotter. Und wenn sie besonders gestresst sind – zum Beispiel, wenn ein von ihnen bevölkertes Gewässer immer weiter austrocknet und sie zusammendrängt – dann fallen sie auch über ihresgleichen her.
Zwölf der zwanzig in Amazonien lebenden Spezies überleben durch gelegentliche Bisse aus Flossen und Schuppen grösserer Fische, die sie sich beim Anrempeln abreissen. Der angefressene Fisch flüchtet ein bisschen verstört, aber seine Flossen und Schuppen wachsen wieder nach. Manchmal kann man erlebent, dass ich grössere Fische an der Angel aus dem Wasser zog, deren Schwanzflossen die typischen, halbrunden Bissstellen von Piranhas aufwiesen.
Der Halter eines Aquariums in Wales hatte die Idee, sich ein Piranha-Paar – Männlein und Weiblein – anzuschaffen (der Import von Piranhas ist illegal in den meisten Ländern der Welt, auch in Grossbritannien), in der Hoffnung, dass ihm dann die Beiden einen Schwarm Baby-Piranhas bescheren würden. Er wurde enttäuscht, da das Weiblein ihren Prätendenten auffrass (Quelle: BBC News). Aber Piranhas sind auch keine ausschliesslichen Fleischfresser. Sie verzehren regelmässig auch Früchte und Pflanzenteile, besonders als Jungfische.
Obwohl Piranhas also keine grausamen Menschenfresser sind, scheinen erst in letzter Zeit Angriffe auf Menschen zuzunehmen. In Brasilien verlieren Badende Finger und Zehen häufiger durch Piranhabisse, als dies vor zehn Jahren noch der Fall war, und Spezialisten nehmen an, dass diese Tatsache etwas mit der Zunahme der Wasserkraftwerke und ihrer dazugehörigen Staudämme zutun haben könnte. Staudämme verringern die Geschwindigkeit der Flussströmung, und Piranhas bevorzugen es, sich in langsam fliessendem Wasser zu reproduzieren. Die Entstehung von ruhigem Wasser entlang des Flusses kommt einer Einladung an die Piranhas gleich, sich in Schwärmen zusammenzuschliessen. Und weil solche ruhigen Plätze auch Badegäste anlocken, kommen Menschen und Piranhas immer häufiger in Kontakt. Innerhalb von sieben Monaten erlitten Schwimmer individuelle Piranha-Bisse, ohne dass sie etwa verwundet oder blutend ins Wasser gestiegen wären. Der brasilianische Wissenschaftler Ivan Sazima hat eine Erklärung: “Piranhas legen ihre Brutplätze in sehr flachen Arealen an – wenn also jemand im flachen Wasser herumwatet und zufällig das Nest eines Piranhas bedroht, wird er wahrscheinlich gebissen werden“.
Ursprünglich bewohnten sie nur einige Flüsse Südamerikas und gehören zu fünf Gattungen der übergeordneten Sägesalmler-Familie Serrasalminae (der auch Fische wie die “Pacus“ oder die “Dourados“ angehören). Der Name “Piranha“ entstammt der indigenen Tupi-Sprache und setzt sich aus den Worten “pirá“ (Fisch) und “anha“ (Zahn) zusammen, die man frei als “Fisch mit Zähnen“ übersetzen kann.
Die Mehrheit dieser Spezies ist extrem schnell, greift aber erst an, wenn sie dazu provoziert, beziehungsweise stimuliert wird. Unter den unzähligen Piranha-Arten sind einige Kannibalen, andere nicht, aber alle sind von extrem aggressivem Verhalten. In Surinam hat der Forscher Jan H. Mol im Jahr 2006 Angriffe von Piranhas auf Menschen untersucht und herausgefunden, dass es sich bei den meisten Opfern um Kinder handelte, die beim Baden in ihre Füsse gebissen wurden – und zwar von einzelnen grossen Spezies des Serrasalmus rhombeus. Alle Angriffe geschahen während der Trockenperiode – also wenn der Wasserstand der Flüsse besonders niedrig ist – und an Wasserstellen, die von tierischen Innereien und Küchenabfällen verunreinigt waren.
Begegnungen mit dem gefürchteten Räuber
Bei “Itacoatiara“, im Bundesstaat Amazonas, verunglückte ein Reisebus und kippte über die Uferböschung in einen Nebenfluss des Amazonas. Vierzig Menschen starben bei diesem Unglück am 14. November 1976 – als man die Leichen aus dem Bus endlich geborgen hatte, waren sie von Piranhas ziemlich verstümmelt. Leider konnte man nicht mehr feststellen, ob sie noch bei lebendigem Leib von den Raubfischen angegriffen wurden, oder erst als sie tot waren.
An dieser Stelle möchte ich ein Beispiel anführen, in dem Piranhas eine besonders grosse Gefahr darstellen. Nach dem Ende der Regenzeit im Pantanal fliesst das aufgestauten Wasser langsam ab, die Flüsse ziehen sich in ihr normales Bett zurück, und die durch die Überflutung entstandenen, temporären Lagunen trocknen langsam aus. In diesen Hunderten von Lagunen, die immer flacher werden, drängen sich nun die vom Fluss getrennten, eingeschlossenen Fische – der Kampf um Raum und Nahrung wird zur Überlebensfrage. Unter solchen Bedingungen erreichen auch die Piranhas einen Höhepunkt an Aggressivität und werden in diesem Fall sogar ihrem Ruf als Killerfische gerecht.
Auf einer solchen Lagune, zu der jedoch noch immer eine schmale Verbindung mit dem Rio Cuiabá bestand, war ich mit ein paar Besuchern aus Italien in einem Aluminiumboot unterwegs – eigentlich nur um die Landschaft zu bewundern und ein paar Tiere vor die Kameras zu bekommen. Mitten auf dem Wasser stellte der Pilot dann den Motor ab, damit wir ungestört durch den Lärm des Aussenborders unsere mitgebrachten Sandwichs verzehren und dem vielstimmigen Gesang der Vögel lauschen konnten. Dann passierte es: Einer der Italiener, ich erinnere mich, dass sein Name Enzo war, schrie plötzlich auf und hielt seine rechte Hand hoch, aus der Blut tropfte – einen richtigen Schreck bekam ich dann, als ich mir seine Hand näher ansah – von der Aussenseite seines Handballens fehlte ein Stück – deutlich war die bogenförmige Bissstelle zu erkennen, die Enzo selbst genauso bestaunte, wie wir andern alle, und behauptete, dass er gar keinen Schmerz spüre.
Der kam dann aber doppelt, als wir die Blutung zu stillen versuchten und seine Hand mit Material aus der Bordapotheke verbanden – cool blieb allein seine halbwüchsige Tochter, die zuerst einmal den Piranha-Biss ihres Vaters filmte. Tatsächlich, ein Piranha hatte ihn erwischt, als er ganz unbemerkt von uns anderen, seinen Trinkbecher im Wasser am Bootsrand ausspülen wollte. Man kann sich lebhaft vorstellen, was passiert wäre, wenn vielleicht jemand einfach zum Schwimmen ins Wasser gesprungen wäre!
Darüber hinaus hatte ich verdammtes Glück, dass dieser Enzo den “Unfall“ nicht meiner Verantwortung angehängt hat, sondern seiner eigenen Unvorsichtigkeit – immerhin hatte ich ihn und alle anderen beim Einführungsvortrag auch auf die Piranha-Gefahr hingewiesen, obwohl ich aus eigener Erfahrung bis dato selbst nicht ernstlich an diese Gefahr glaubte.

Doradofang von einen paraguayischen Freund
Doradofang von einen paraguayischen Freund

Surubí oder Tiger-Spachtelwels
Der Tiger-Spatelwels (Pseudoplatystoma tigrinum) gehört zu den großen Raubfischen Südamerikas.
Pseudoplatystoma tigrinum wurde synonym auch als Platystoma punctatum, Platystoma tigrinum, Platystoma truncatum oder Pseudoplatystoma tigrinum bezeichnet, diese Namen sind nicht mehr gebräuchlich. Der Tiger-Spatelwels gehört zur Familie der Antennenwelse, die in Südamerika mit einigen Arten vertreten ist. Der Tiger-Spatelwels zeichnet sich durch einen robusten Körperbau mit langen antennenartigen Barteln aus. Charakteristisch sind an den Flanken die schwarzen Streifen und Flecken auf silber-/bronzenem bis goldbraunem Grund, die ihm den Namen Tigerwels eingebracht haben. Aufgrund ihrer stark vom Wassertyp variierenden Zeichnung sind sie in Krautbetten, Inseln aus Wasserpflanzen[3] und unter versunkenen Bäumen ideal getarnt, wo sie unbemerkt auf Beute lauern können.[4] Pseudoplatystoma tigrinum unterscheidet sich von Pseudoplatystoma fasciatum durch eine intensivere und breitere Streifen- und Fleckenzeichnung, wobei die Streifen von P. tigrinum meist eine Y-förmige Form besitzen.
Tiger-Spatelwelse werden maximal 1,30 Meter lang und etwa 30 Kilogramm schwer. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Tiger-Spatelwelses ist der Amazonas in Peru und Brasilien, sowie der Orinoco in Venezuela. Darüber hinaus findet man ihn in Tieflandflüssen Boliviens, Kolumbiens, Ecuadors und Französisch-Guayana. Ihr südliches Verbreitungsgebiet befindet sich in den großen Strömen des Rio de la Plata, Rio Paraná und Rio Uruguay in Argentinien, Paraguay und Uruguay. Mittlerweile hat er sich in den meisten Gewässern des tropischen Südamerikas ausgebreitet oder wurde von Menschen eingebracht.
Der Tiger-Spatelwels hält sich bevorzugt in kleineren Gruppen im Hauptstrom großer Flüsse oft in großen Tiefen auf. Die Welse zeigen eine relativ große Anpassungsfähigkeit und leben von den Oberläufen der Flüsse, unterhalb von Stromschnellen und Wasserfällen bis zur Flussmündung im Brackwasser. In der Regenzeit wandern sie ihrer Beute folgend in die überschwemmten Wälder und kehren zur Trockenzeit in die ständig wasserführenden Hauptströme zurück. Er gehört zu den demersalen Bodenbewohnern und unternimmt zur Laichzeit Wanderungen zu den Laichgründen. Ideale Lebensbedingungen findet die Art bei Wassertemperaturen von 22 °C bis 26 °C, einem pH-Wert von 6,2 bis 7,2 und einer Wasserhärte von einem dH bis 20. Tiger-Spatelwelse ernähren sich räuberisch von Krabben, Garnelen und kleineren Fischen. Sie sind mit Hilfe ihrer empfindlichen Barteln und Sinnesorgane auf die Beutejagd im trüben Wasser und bei Nacht spezialisiert. Bezüglich ihrer Ernährung gelten sie als Opportunisten und können mit ihrem Maul relativ große Beutefische verschlingen.
Der Tiger-Spatelwels ist ein bedeutender Speisefisch, der in Stellnetzen gefangen wird. Aufgrund ihrer Größe sind sie außerdem beliebte Sportfische, die von Brasilien bis Kolumbien in Naturgewässern und Angelteichen befischt werden..
Die drei Hauptarten sind unter einer Reihe von lokalen Bezeichnungen und Namen bekannt. Die Welse bewohnen große Flüsse in Nordost-Argentinien, Paraguay, Bolivien, Uruguay und Brasilien. Sie leben bevorzugt grundnah im Hauptstrom in großen Tiefen. Pseudoplatystoma-Welse besitzen einen robusten Körperbau, haben wohlschmeckendes Fleisch und sind daher in vielen lateinamerikanischen Ländern bedeutende Süßwasser-Speisefische.
Die Bezeichnung dieser Welsarten auf Guaraní lautet Surubí, welche auch von den spanischsprachigen Einwanderern übernommen wurde. Die Verbreitung der Pseudoplatystoma-Welse umfasst die großen südamerikanischen Tieflandflüsse wie Amazonas, Orinoco, Río Paraná, Rio São Francisco, Rio Magdalena, Rio Rupununi, Essequibo und Surinam und dessen Nebenflüsse in Guayana, Surinam und Französisch-Guayana.
Pseudoplatystoma corruscans stammt aus dem Rio Paraná und Rio São Francisco in Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay
Pseudoplatystoma reticulatum kommt in zentralamazonischen Gewässern Boliviens und Brasiliens vor, darüber hinaus im Rio Paraná in Paraguay, Argentinien und Uruguay
Die Welse leben in einem breiten Spektrum von Habitaten wie z.B. große Flüsse und Ströme, Seen, Kanäle, bis hin zu überschwemmtem Grasland und Wäldern. P. fasciatum sucht bevorzugt Flussbetten und überschwemmte Wälder auf und ähnelt in seiner Biologie stark P. tigrinum, wobei letzterer schattige Gewässerteile präferiert. P. tigrinum ist typisch für Flussmündungen aber auch Oberläufe von Flüssen oberhalb der ersten Stromschnellen bis zum Quellgebiet. Während sich die Jungfische überwiegend in Überschwemmungswäldern aufhalten, leben Adulte bevorzugt im Hauptstrom schnell fließender wie auch stehender Gewässerzonen.
Alle Pseudoplatystoma-Arten haben einen großen langgestreckten Körper mit gestreifter bzw. gefleckter Musterung. Das Muster ist artspezifisch. Sie erreichen Längen von 55 Zentimeter bis über 1,60 Meter. Ihr abgeflachter Kopf ist relativ groß und besitzt ein großes entenschnabelähnliches Maul. Augen und Zähne sind klein, die Unterkieferbarteln sehr lang, besonders bei Jungfischen. Nach der Gonadenreife wachsen die Weibchen sehr viel schneller als die kleinwüchsigeren Männchen.
Es gibt verschiedene Arten
P. fasciatum besitzt 10-11 vertikale Streifen, die breiter sind als bei anderen im Amazonas lebenden Pseudoplatystoma-Arten, er erreicht eine maximale Länge von 90 Zentimetern.
P. tigrinum hat eine schleifenförmige Bandzeichnungen, die von der Rückenseite ausgehen und sich auf die Flanken ausdehnen, große Exemplare werden bis 130 Zentimeter lang.
P. corruscans zeichnet sich durch große Flecken aus, die in sechs bis acht Reihen mit vier bis 13 vertikalen Streifen verläuft. Die größten Fische erreichten eine Länge von 114 Zentimetern
P. orinocoense besitzt vertikale Streifen, die länger sind als bei P. faciatum und P. punctifer, sie werden nur in etwa 49 Zentimeter lang.
P. punctifer besitzt gerade dunkle vertikale Streifen und fleckenartige Punkte auf der Lateralseite, sie werden bis 140 Zentimeter lang
P. metaense hat eine Reihe von Punkten, die sich unregelmäßig über seine dunklere Körperpartie verteilen, Brust- und Beckenflossen besitzen keine Pigmentierung, die Fische werden nur 53 Zentimeter groß.
P. magdaleniatum hat weite dunkle Streifen auf seinen Flanken, die Tiere erreichen eine Höchstlänge von 100 Zentimetern
P. reticulatum erhielt seinen Namen durch seine charakteristische Zeichnung, die wesentlich unregelmäßiger als bei P. fasciatum, P. orinocoense, und P. punctifer ausfällt, sie werden bis 60 Zentimeter lang.
Jungfische unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild sehr stark von adulten Tieren und ihre Zeichnung ändert sich im Laufe der Entwicklung. Erst später bilden die Fische ihre olivbraune Farbe aus.
Alle Pseudoplatystoma-Welse sind Wanderfische, wobei P. orinocense und P. tigrinum nur kurze Distanzen überwinden. Am Ende der Trockenzeit unternehmen sowohl die Welse als auch ihre Beutefische Wanderungen, die erst gegen Ende der Regenzeit enden. Das energieintensive Migrationsverhalten von P. corruscans ist stark abhängig vom Überschwemmungsgrad der Flüsse. Die höchste Reproduktionsaktivität wird zu Beginn des Regenfalls verzeichnet und damit auch die höchste Entwicklungsphase der Gonaden.
Ernährung
Pseudoplatystoma-Welse sind nachtaktive Raubfische, die überwiegend kleinere Fische wie zum Beispiel Neuwelt-Messerfische, Clichidae, Loricariidae oder Salmler jagen. Auch gehören Arten wie Prochilodus lineatus und Leporinus obtusidens zu ihrer bevorzugten Beute. Das Fressverhalten der Welse ist opportunistisch, da sie auch Krebse und andere Kleintiere verzehren.
Äußere Systematik
Der aus der Aquaristik bekannte Spatelwels (Silure spatule) ist ein Verwandter von Pseudoplatystoma
Hemisorubim ist die Schwestergattung von Pseudoplatystoma
Die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Familie der Antennenwelse sind gut untersucht. Die Gattung steht innerhalb einer monophyletischen Gruppe aus Sorubim, Sorubimichthys, Hemisorubim und Zungaro, wobei die Gattung Hemisorubim die Schwestergattung von Pseudoplatystoma ist.
Pseudoplatystoma ist eine monophyletische Welsgattung. P. fasciatum war die erste Art, die von Carolus Linnaeus beschrieben wurde und damit Typusart der Gattung. 1829 folgte Platystoma corruscans, der später in Pseudoplatystoma corruscans umbenannt wurde, etwa zehn Jahre später folgte Platystoma tigrinum, heute Pseudoplatystoma tigrinum. Von P. fasciatum wurden 2007 die heutigen eigenständigen Arten P. punctifer, P. orinocoense, P. magdaleniatum und P. reticulatumals abgetrennt. P. tigrinum wurde auf die Population im Amazonasbecken beschränkt, während die Population im Orinoko als Art P. metaense beschrieben wurde.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Welse ist sehr groß, daher werden sie auf lokalen Märkten in fast ganz Südamerika angeboten und spielen eine große Rolle in der menschlichen Ernährung. P. fasciatum besitzt saftiges gelbliches Fleisch und ist fast grätenfrei, P. tigrinum ist die wichtigste Welsart für die Kiemennetze am Guaporé und Marmoré in Bolivien. Die große Beliebtheit hat vielerorts zu einer dramatischen Überfischung geführt, so dass einige Pseudoplatystoma-Arten in manchen Nebenflüssen des Amazonas, Orinoco und Magdalena bereits verschwunden sind. In der argentinischen Provinz Entre Rios bei Rosario werden noch jährlich 27.000 Tonnen Pseudoplatystoma ssp. gefangen, damit 70 bis 80 % des Gesamtfangs. Wildfänge von P. corruscans sind stark zurückgegangen, so dass man versucht die Welse in Teichanlagen und Aquakulturen zu domestizieren. Das Potential der Fische für die Teichhaltung ist noch nicht voll ausgeschöpft. Mit Hormonen wird das Ablaichen der Tiere induziert.
Junge Pseudoplatystoma-Welse sind beliebte Aquarienfische, und kommen unter der Bezeichnung Tiger-Spatelwels in den Handel. Die Haltung kleinerer Arten ist relativ unproblematisch, größere Exemplare können durch ihr Jagdverhalten Kleinfische stark dezimieren.

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